Mit Sonne, Wind und Fantasie

Veröffentlicht am 02.09.2011 in Stadtpolitik

SPD analysiert Klimaschutzplan der Stadt Rodgau – Wie die definierten Ziele für das Jahr 2016 erreicht werden können

Sonne für RodgauVor einigen Wochen hat die Stadt ihren „Aktionsplan Klimaschutz Rodgau“ vorgestellt. Darin definiert unsere Kommune einen konkreten Beitrag zum Schutz des Klimas. So ist etwa vorgesehen, in fünf Jahren fünf bis zehn Prozent des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid einzusparen. Gemessen an den jetzigen Emissionen sind das 14.000 bis 28.000 Tonnen pro Jahr.
Das sind zunächst einmal abstrakte Zahlen. Wie ehrgeizig ist dieses Ziel, und wie lässt es sich erreichen? Die SPD Rodgau hat nachgerechnet. Das Ergebnis: Es bedarf einiger Anstrengungen, um die selbst gemachte Vorgabe bis 2016 zu erfüllen. Dabei geht die Stadt bereits mit gutem Beispiel voran – auch ein Ergebnis der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern im Rathaus mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann an der Spitze.

Um das Kohlendioxid einzusparen, muss zweierlei geschehen: Die regenerativen Energien wie Photovoltaik, Biogas und Wind sind entschlossen auszubauen, und gleichzeitig muss der Energieverbrauch durch eine Effizienzinitiative gesenkt werden.

Dabei ist zu beachten, dass einzelne Maßnahmen sehr unterschiedliche Beiträge leisten können. Beispielsweise bringt eine Photovoltaikanlage einen Beitrag von 0,7 Tonnen pro Kilowatt installierter Spitzenleistung. Das bedeutet: Eine Anlage in der Größenordnung von 100 Kilowatt spart im Jahr 70 Tonnen Kohlendioxid. Eine durchschnittliche private Anlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses kommt auf maximal 4 Kilowatt. Das ist nicht besonders viel, wenn man es mit einem Windrad mit einer Leistung von 3 Megawatt vergleicht, das pro Jahr immerhin 6000 Tonnen Kohlendioxid einspart. Dennoch leisten Solaranlagen einen wichtigen Beitrag, da sie einfach zu installieren sind und sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. In Rodgau stehen jedenfalls noch ausreichend Dächer und Flächen zur Verfügung.

Und es ist bereits eine Menge geschehen: Allein im Versorgungsgebiet des Darmstädter Versorgers HSE (Nieder-Roden und Dudenhofen) wurden im letzten Jahr 23 Anlagen mit einer Gesamtleistung von einem Megawatt installiert. Dies entspricht einem Einsparvolumen von 700 Tonnen. Rechnet man diesen Betrag auf ganz Rodgau hoch und geht davon aus, dass der Ausbau in den nächsten fünf Jahren so weiter verläuft, dann ergibt sich allein aus der Solarenergie ein Einsparbeitrag von 7000 Tonnen. Damit wäre ein Viertel des angestrebten Maximalziels erreicht.

Und was bringt eine Biogasanlage, die ausschließlich mit unserem Biomüll betrieben wird? Geht man von den 3000 Tonnen Biomüll aus, die bei uns in Rodgau jährlich anfallen, so lassen sich damit 1400 Tonnen Kohlendioxid durch den erzeugten Strom und 1250 Tonnen durch die genutzte Abwärme einsparen. Eine solche – von der SPD seit langem geforderte – Anlage wäre auch deshalb sinnvoll, weil sie den Biomüll ortsnah als Rohstoffquelle nutzt. Das könnte sich unterm Strich sogar günstig auf die Müllgebühren auswirken.

Einen großen Anteil nimmt in dem Aktionsplan die energetische Sanierung von Gebäuden ein. Eine moderne Heizung plus effektiver Wärmedämmung bringen pro Haus etwa 8 Tonnen Kohlendioxid Einsparung. Werden pro Jahr 100 Gebäude saniert, erreicht man in fünf Jahren eine Verringerung der Kohlendioxidbilanz um 4000 Tonnen. Summiert man Photovoltaik, Biogas und Gebäudesanierung, so erhält man als Summe etwa 14.000 Tonnen Einsparvolumen. Damit wäre das Minimalziel erreicht.

Die Rodgauer Sozialdemokraten wollen sich damit jedoch nicht zufriedengeben. Sicher schlummert in weiteren Bereichen wie Straßenbeleuchtung und Verkehr noch Potenzial, das mit Engagement und Fantasie erschlossen werden kann. Dennoch zeigt die Rechnung, dass das ehrgeizige Einsparziel von 28.000 Tonnen Kohlendioxid oder zehn Prozent des heutigen Aufkommens wohl nur mit der Installation von einigen modernen Windkraftanlagen erreicht werden kann.

Zukunft heißt:

Chancen erkennen, statt Bedenken äußern.

Die Kohlendioxid Uhr läuft

Ist das Ziel zu erreichen?
Die Uhr zeigt wieviel Zeit bleibt, die Temperatur zu begrenzen.

 

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